Montag, 24. September 2012

Frederic Morton: Die Rothschilds - Porträt einer Familie

Nach Besichtigung der phantastisch schönen Rothschild-Villa in Cap Ferrat (Bild unten) wollte ich mehr wissen über diese unglaublich reiche Familie. Zum Glück hatte meine Mutter auf dem Flohmarkt das Buch von Frederic Morton in einer alten Taschenbuchausgabe entdeckt. 
Der Autor berichtet ausführlich, aber nicht überfrachtet von den Anfängen des Mayer Amschel Rothschild in der Frankfurter Judengasse, wo er in der Enge des Hauses "Zur Hinterpfann" mit seiner Frau Gudula zehn Kinder großzog (zehn weitere starben vor Erreichen des Erwachsenenalters), beharrlich und mit Charme seine Kontakte zum Hof des jungen Fürsten Wilhelm von Hessen-Hanau pflegte und ausbaute. Schließlich schickte er seine fünf Söhne in die europäischen Metropolen Wien, Paris, London, Frankfurt und Neapel, wo sie jeweils ein Bankhaus gründeten, dabei aber die Belange der Familie nie aus den Augen verloren.
Die mit Anekdoten gespickten Schilderungen der verschiedenen Charaktere und ihrer Begabungen, die Geschichten über Minister und gekrönte Häupter, der Einblick in das damalige Börsengeschehen und die Entwicklung der Familie über die Generationen ist sehr gut recherchiert, dabei aber nie mit Fachwissen überladen, und mit Respekt sowie feinem Humor geschrieben. Wer einmal auf unterhaltsame Weise Einblick erhalten möchte in die europäische Geschichte und die großen Zusammenhänge, hat hier das richtige Buch gefunden. 

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